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Die Gemeinde Eschelbronn verwendet seit Januar 2010 die Beschreibungen meiner Rubrik für das Touristikportal “Wander-Walter”.


Das Rathaus wurde 1838 erbaut. Das Vorgängergebäude, an gleicher Stelle, war baufällig und viel zu klein. Der Kostenvoranschlag belief sich auf
6.058 Gulden. In den Anfangsjahren fand im Rathaus auch der Schulunterricht statt. Bei der Landtagswahl 1956 geschah ein besonderes Ereignis. Wegen Hochwasser konnte das Wahllokal im Rathaus nur schwer erreicht werden. Karl Stier und seine  Tochter ruderten auf einem selbstgebauten "Floß" zum Wahllokal. Die deutschsprachige New Yorker “Staatszeitung und Herold” berichtete auch darüber. Am Rathaus befindet sich auch eine Hochwassermarke von 1994. Im Zuge der Marktplatzsanierung renovierte man das Rathaus. Es bekam einen neuen Anstrich und Treppenaufgang. Die kleine Kastanie vor dem Rathaus wurde 2002 gepflanzt. Im Dezember 2004 errichtete man einen neuen sechseckigen Brunnen aus Sandstein. In der Mittelsäule ist ein Hobel zu sehen. Er ist ein wichtiges Werkzeug für die Schreiner und hebt die Bedeutung dieses Handwerks für Eschelbronn hervor. 



Sie wurde 1811 im schlichten Weinbrenner Stil erbaut. Die Jahreszahl des Baujahres befindet sich über dem linken Seiteneingang. Die Pläne entwarf der Schwetzinger Baumeister Frommel. Der Vorgängerbau aus dem 16. Jahrhundert war baufällig. Deswegen brach ein Rechtsstreit zwischen der Gemeinde Eschelbronn und der Ortsherrschaft von Venningen aus. Die Gemeinde gewann diesen und die Familie von Venningen musste den Neubau in Höhe von 10.000 Gulden bezahlen. 1906 wurde das heutige Kirchengitter eingesetzt. 
Zwei der drei Kirchenglocken mussten 1917 bzw. 1942 abgenommen werden. Erst 1949 konnte man wieder den Glockenbestand komplettieren. Das Gotteshaus musste oft renoviert werden. Im März 1975 wurde die letzte große Renovierung abgeschlossen. Das Gestühl, der Altar, die Leuchter und der Taufstein wurden erneuert. Ein Jahr später wurde die alte Orgel von 1894 durch eine Neue ersetzt. 1985 wurde die Kirche nach Angaben des Landesdenkmalamtes außen renoviert.

Ausführliche Informationen über die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde finden Sie in der Jubiläumsschrift “200 Jahre evangelische Kirche Eschelbronn 1811-2011” Die Festschrift kann über das Pfarramt bezogen werden (Neidensteiner Straße 7, Eschelbronn):
http://www.kirche-eschelbronn-neidenstein.de/impressum.html

Desweiteren gibt es seit Juli 2013 die erste deutschsprachige Biographie über den Eschelbronner Gemeindepfarrer und Amerikaauswanderer Antonius Jacoubs Henckel: Marius Golgath, Von der Kurpfalz nach Pennsylvania: Die bewegende Lebensgeschichte des Kirchenpioniers Antonius Jacobus Henckel (1668-1728), Ubstadt-Weiher 2013 (ISBN: 3897357852). Das Buch kann über den Verlag Regionalkultur in Ubstadt-Weiher (http://verlag-regionalkultur.de/) und über den Buchhandel erworben werden.



Es stammt aus dem Jahr 1783. Da die Herren von Venningen die Kosten für diesen Bau übernahmen, befindet sich über dem Eingangstor ihr Allianzwappen. Die Pfarrer hatten damals kein leichtes Leben und die Bezahlung war gering. Sie hatten nur das Nötigste zum Leben. Die Eschelbronner Pfarrer waren auch für Nachbargemeinden zuständig, z.B. Mönchzell / Daisbach und ab 1755 gehörte Neidenstein zur Pfarrei Eschelbronn. 1818 wurde in dem Pfarrhaus der spätere Dekan des Kirchenbezirks Sinsheim Wihelm Frank geboren. 1972 verkaufte man das alte Pfarrhaus. Das Neue befindet sich jetzt in der Neidensteiner Straße im Gewann Kirchwiesen.



Katholische KircheErster bekannter katholischer Pfarrer war Fredericus de Bucheym. Aus dem Visitationsbericht der Diözese Worms (1496) erfährt man einiges über die katholische Kirchengemeinde. Es wird von einer Holzkirche in den Kirchwiesen berichtet, die der Heiligen Margaretha geweiht war. Nach der Reformation taufte der damalige Ortsherr Joachim von Seckendorff die ganze Gemeinde lutherisch. Die Familie von Seckedorff stammte aus Franken, das sehr früh von der Reformation geprägt wurde. Die wenigen Katholiken die noch am Ort waren wurden meist von den lutherischen Pfarrern mitbetreut. 1937 kamen die Eschelbronner Katholiken zur Pfarrei in Waibstadt. Zuvor waren sie lange Zeit der Kirche in Spechbach und später Zuzenhausen unterstellt. Als nach dem 2. Weltkrieg viele katholische Heimatvertriebene nach Eschelbronn kamen, nahm ihre Anzahl zu. Bis zur Weihe der katholischen Kirche im Jahre 1958 stellte die evangelische Gemeinde ihre Kirche für den katholischen Gottesdienst zur Verfügung. Der Grundstein des katholischen Gotteshauses befindet sich links neben dem Eingang und trägt die Jahreszahl 1957. Die Schutzpatrone der katholischen Kirche sind die Heilige Margaretha, der Heilige Josef (Schutzpatron der Schreiner) und der selig gesprochene Bernhard von Baden. Über dem Haupteingang befindet sich auch eine Plastik des Josef. Im Jahr 2004 musste der Glockenstuhl wegen starker Witterungsschäden renoviert werden und der Turm bekam einen neuen Anstrich. Die katholische Kirchengemeinde beging 2008 ihr 50-jähriges Kirchenjubiläum und legte ein kleines Labyrinth aus Buchs neben der Kirche an.


Seit Anfang 1900 gibt es eine neuapostolische Gemeinde. Die ersten Gottesdienste fanden im Haus von Georg Dinkel, Bahnhofstraße 20, statt. 1960 wurde in der Neidensteiner Straße 37 das Gotteshaus eingeweiht. 1974 und 1988 erfolgten Renovierungen der Kirche. Die Neuapostolischen von Daisbach und Neidenstein gehören zur Eschelbronner Kirchengemeinde. 2009 erfolgte ein Zusammenschluss mit der neuapostolischen Gemeinde Meckesheim. 2010/2011 erfolgte ein Kirchenneubau, an der Stelle des Vorgängergebäudes (Neidensteiner Straße). Das Gotteshaus wurde im Herbst 2011 geweiht.



Kindergarten
Der evangelische Kindergarten wurde am 18. August 1856, durch den evangelischen Pfarrer Wilhelm Frank gegründet. Die Kinder der Bauern und Tagelöhner sollten dort eine christliche Erziehung erhalten und während der Feldarbeit betreut werden. Aus diesen Grund übernahmen die Kinderschwestern des Mutterhauses Nonnenweiher die Betreuung. Bis zum Bau eines eigenen Kindergartengebäudes im Jahre 1892/93 war die “Kinderbewahranstalt”, so der ursprüngliche Name, in mehreren Privathäusern untergebracht. Von 1900 bis 1948 übernahm der “Kinderschulverein Eschelbronn” die Trägerschaft und danach ging diese wieder auf die evangelische Kirchengemeinde über. 1969 erfolgte der Abriss des ursprünglichen Kindergartens in der Neugasse. Der heutige Kindergarten befindet sich im Gewann Kirchwiesen, gleich neben dem Neubaugebiet. 1994, kurz nach dem die politische Gemeinde die Trägerschaft übernommen hatte, wurde das Kindergartenareal durch das schwere Juni-Hochwasser total überschwemmt. Bis zur Renovierung der Gebäude fand deshalb die Kinderbetreuung in der alten Schule statt.


Schlossteich mit Sport- und KulturhalleHeinrich von Eschelbrunnen ist der erste bekannte Ortsherr. Er lies zwischen 1265 - 1270 eine Wasserburg errichten. Vorher stand an dieser Stelle eine unbefestigte Siedlung. Die Anlage wurde von der jeweiligen Ortsherrschaft bewohnt. 1375 wurde aus dem Holzbau eine stattliche Wasserburg aus Stein. Von 1418 - 1485 sind die Venninger Besitzer der Burg. Nach mehrmaligem Wechsel kommt die Wasserburg 1760 wieder an die Familie von Venningen. Während des 30-jährigen Krieges wurde die Burganlage zerstört und im 18. Jahrhundert durch Karl Philipp von Venningen und seiner Ehefrau Anna Maria, geborene von Hutten, als Barockschloss neu aufgebaut. Die Burg hatte damals schon ihren Wehrcharakter verloren und diente als Gutshof. Die Familie Streib pachtete 1860 das Schlossgut und 1943 wurde Georg Hauck letzter Pächter. In den 1970er Jahren musste das Wasserschloss der Sport- und Kulturhalle weichen. Zuvor fand eine Ausgrabung unter der Leitung von Dr. Dietrich Lutz vom Landesdenkmalamt statt. Die ehemalige Wasserburg Eschelbronn ist heute eine der am besten dokumentierten Wohnsitze des niederen Adels in Baden-Württemberg. Sie bestand aus zwei Wohnhäusern mit Innenhof und einer Zwingermauer. Die Ausgrabung wird auch in dem Buch "Eschelbronn - Entstehung, Entwicklung und Ende eines Niederadelssitzes im Kraichgau" von Tilmann Mittelstraß ausführlich beschrieben. 2001 wurde in Kanzach (Kreis Biberach) der hölzerne Wohnturm der Eschelbronner Wasserburg nach den damaligen Forschungsergebnissen nachgebaut (www.bachritterburg.de).

Heute befindet sich an der Stelle der Wasserburg eine Teichanlage. Im Jahr 2015 wurde auch eine Informationstafel über die Geschichte der Wasserburg aufgestellt.


Grabstein Johann Georg ZieglerAuf dem Friedhof befindet sich der Grabstein von Johann Georg Ziegler und seiner Frau Johanna geborene Spengler. Er wurde am 29. Juli 1859 in Eschelbronn geboren und war Sohn des Sägmüllers Martin Ziegler. Er ging als Missionar nach China und bekam 1907 den Posten des Generalpräses der Basler Evangelischen Missionsgesellschaft übertragen. Außerdem erhielt Johann Georg Ziegler 1916 den Ehrendoktortitel der theologischen Fakultät der Universität Heidelberg.  Während des 1. Weltkrieges hatte es Ziegler nicht leicht als deutscher Missionar in Asien. Sein Sohn Gerhard Ziegler kam als Soldat am 01. Oktober 1918 ums Leben. Missionar Ziegler war über 35 Jahre in China tätig und kehrte 1920 wieder in seine Heimat zurück. Er verstarb am 16. Januar 1923 in Heidelberg. Die Beerdigung erfolgte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Wilfried Wolf stiftete 1997 eine Erinnerungstafel über dem Grabstein. 

Eine Biographie von Missionar Ziegler finden Sie in der Ortschronik “1200 Jahre Eschelbronn 789-1989” und in der Jubiläumsschrift “200 Jahre evangelische Kirche Eschelbronn 1811-2011” Die Festschrift kann über das Pfarramt bezogen werden (Neidensteiner Straße 7, Eschelbronn):
http://www.kirche-eschelbronn-neidenstein.de/impressum.html


Das Kriegerdenkmal  wurde vor 130 Jahren zu Ehren der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges errichtet. An diesem Krieg nahmen 44 Eschelbronner Bürger teil. Ihre Namen stehen auf dem Denkmal. Bei einigen Soldaten ist auch der Dienstgrad angegeben. Der Grenadier Heinrich Böhm wurde am 18. Dezember 1870 bei Nuits verwundet und einen Tag später fiel der erst 25-jährige Küfer Adam Heilmann bei Dijon. Sein Name ist auf dem Denkmal besonders hervorgehoben. Das Kriegerdenkmal wurde 1886 auf dem Marktplatz in Eschelbronn aufgestellt. Der Obelisk wurde durch Spenden der Einwohnerschaft und des Militärvereins finanziert. Die Einweihungsfeier fand am 29. August 1886 statt. Am Vorabend wurde die Veranstaltung mit Kanonenschüssen eingeleitet und es folgte ein Fackelzug mit Musikbegleitung durch die Ortsstraßen. Der darauf folgende Festtag wurde ebenfalls mit Kanonenschüssen begonnen. Nachmittags erfolgte ein Umzug an dem 24 auswärtige Militärvereine teilnahmen. Die Enthüllung wurde unter großem Jubel der Zuschauer durchgeführt. Der restliche Tag wurde gebührend gefeiert. Lange Zeit beschwerte sich niemand wegen des Standortes des Kriegerdendenkmals auf dem Marktplatz. Am 30. Juli 1938 wurde die Gemeinde Eschelbronn durch ein Schreiben des Bezirksamtes Sinsheim aufgefordert, einen geeigneteren Standort für das Denkmal zu finden. Das Amt war der Auffassung, dass das Denkmal eine Gefährdung für den Verkehr darstelle und ein Hindernis sei. Bürgermeister Braun antwortete, dass eine Versetzung aus Sicht der Gemeinde nicht notwendig wäre und behauptete seine Position. Erst 1949 brachte man die Sache wieder ins Rollen. Nach Beschluss des Gemeinderates wurde das Denkmal 1950 in den Gemeindegarten Bahnhofstraße 3 versetzt. Als das Feuerwehrgerätehaus 1963 erbaut wurde, musste der Obelisk wieder weichen. Heute hat das Kriegerdenkmal von 1870/1871 einen festen Platz auf dem Friedhof gefunden. Es befindet sich gegenüber des Mahnmals für die Opfer der Weltkriege und des der Opfer der Vertreibung 1945/46. Das Denkmal wurde 2006 - 2009 durch den Heimat- und Verkehrsverein Eschelbronn renoviert und die Inschriften nachgezogen.



Altes SchulhausNach dem Dreißigjährigen Krieg begann auch der Schulunterricht auf dem Lande.  Die ländliche Bevölkerung sollte schreiben und lesen lernen. Der Unterricht fand anfangs nur im Winter statt, da die Kinder im Sommer auf dem Feld arbeiten mussten. Das Schulhaus wurde zu klein und man unterrichtete auch im Rathaus. 1911 wurde ein neues Schulhaus nach Plänen des Sinsheimer Architekten Huber errichtet. Über dem Eingang ist diese Jahreszahl eingemeißelt. Nach 1945 quartierten sich dort für einige Zeit die Amerikaner ein. Damals schenkten die GIs Kaugummis und Schokolade an die Kinder. Ab 1965 war in diesem Schulhaus nur noch die Grundschule untergebracht. Die Hauptschule wurde in die frühere Schreinerfachgewerbeschule (Daisbacher Straße) verlegt. 1989 stellte man die neue Grund-und Hauptschule fertig und der ganze Schulbetrieb wurde zusammengelegt. Nach dem schweren Hochwasser 1994 diente es einige Jahre als Kindergarten. Heute befindet sich dort das Schreiner- und Heimatmuseum und Vereinsräume.

Den Internetauftritt des Schreiner- und Heimatmuseums finden Sie unter:
http://www.schreinermuseum.de/
 


1985 fing man mit den ersten Planungen für ein neues Schulhaus an. Das Architekturbüro Loewer wurde damit beauftragt. Zwei Jahre später erfolgte die Baugenehmigung. Am 12. August 1988 konnte das Richtfest gefeiert werden. Unter den Ehrengästen befand sich auch der damalige baden-württembergische Landwirtschaftsminister Weiser aus Mauer. Da die Schule auf dem ehemaligen Areal des früheren Wasserschlosses gebaut wurde, nannte man sie "Schlosswiesenschule".  Die Schule ist modern ausgestattet. 2003 wurde eine Schulhoferweiterung durchgeführt und der Eingangsbereich verändert.


Die alte Schreinerfachgewerbeschule steht in der Daisbacher Straße und befindet sich heute in Privatbesitz. Beginn der Gewerbeschule war 1908. In diesen Jahr erklärte sich die Gemeinde bereit, einen Schulsaal für die jungen Handwerker bereit zu stellen. Die Lehrlinge der ortsansässigen Gewerbebetriebe, meist Schreiner, erhielten hier Unterricht in Deutsch, Wirtschaftslehre, Gesetzeskunde, Geometrie, Freihand- und Projektionszeichnung, Fachzeichnen sowie gewerblichem Rechnen. 1926 erfolgte die Bildung von drei aufsteigenden Klassen. Da die Schülerzahlen immer mehr zunahmen, wurden ab 1929 nur noch die Berufe des Bau- und Holzgewerbes unterrichtet. Die andern Lehrlinge mussten auf die Gewerbeschule nach Sinsheim. 1952 begann man mit dem Bau einer separaten Gewerbeschule in der Daisbacher Straße. Das Baugebiet wurde gerade erschlossen und so bot es sich an, hier eine solche Schule zu bauen. Die Kosten beliefen sich auf 25.000 DM und am 05. Mai 1954 erfolgte die Übergabe an das Oberschulamt in Karlsruhe. Der Schulunterricht begann einen Tag später. Aber schon zum 15. April 1965 erfolgte die Verlegung des gesamten Unterrichts nach Sinsheim. Von dort ab wurde sie bis zum Bau der Schlosswiesenschule als Hauptschule genutzt und anschließend verkauft.



Ältestes Haus (1630 erbaut)Es wurde während des Dreißigjährigen Krieges 1630 erbaut und befindet sich in der Oberstraße 12. Während dieses schrecklichen Krieges verwüsteten bayerische Truppen das ganze Dorf. Auch das Wasserschloss wurde stark beschädigt. Als 1648 endlich Ruhe eingekehrte, lebten nur noch 8 Familien in Eschelbronn. Es wird vermutet, dass die damalige Einwohnerzahl ca. 40 Menschen betrug. 1813 spielte sich folgende Begebenheit in diesem Hause ab: Durchziehende russische Soldaten wurden bei Bauern untergebracht. Die Einwohner mussten sie versorgen. Man konnte laut der alten Ortschronik am Besten mit ihnen auskommen, wenn man genügend Schnaps hatte. Bei den Geigers war der Schnaps ausgegangen und die Soldaten versuchten im Nachbarhaus Oberstraße 12 (siehe Bild), bei Familie Hauck ihr Glück. Der Urgroßvater von Emil Hauck verweigerte die Schnapsabgabe. Er begründete dies damit, dass sie nur in ihren Quartierhäusern Anspruch darauf hätten. Einer der Soldaten wurde sehr wütend und warf einen Kinderwagen samt Baby um. Danach schlug er mit seinem Säbel auf den Tisch. Der Hausherr ließ sich dies nicht gefallen, packte den Soldaten und warf ihn aus der Stube die hohe Steintreppe hinunter. Er wurde festgenommen und zur Kommandantur ins Pfarrhaus gebracht. Der Vorfall verbreitete sich schnell und es bildete sich vor dem Pfarrhaus eine riesige Menschenmenge. Diese Gelegenheit nützte der Gefangene aus, befreite sich und floh über den Kinderschulberg. Er versteckte sich hinter einem Holunderbusch in seinem Garten. Drei Tage wurde er dort versorgt bis er zu seinem eigenen Schutz im Darsbergwald untertauchte. Als die Russen wenige Tage später weiter zogen, konnte er beruhigt nach Hause zurückkehren. Die nächste Abordnung wusste nichts von dem Vorfall und Hauck konnte seiner Arbeit nachgehen. Ein weiteres Fachwerkhaus steht in der Bahnhofstraße 11. Es handelt sich um ein typisches Leinenweberhaus, in dem bis zu 3 Webstühle im Erdgeschoss standen. Später war darin das Kolonialwarengeschäft von Friedrich Wagenblaß untergebracht. In der Kandelstraße 14 befindet sich auch ein schönes, renoviertes Fachwerkhaus.


Ehemalige Postagentur in der Bahnhofstraße 2Eschelbronn lag in der Zeit der Pferdeposten nicht auf der Hauptlinie. Die Briefe konnten damals nur ausgeliefert oder in Sinsheim aufgegeben werden. In den Zentralorten wie Sinsheim befand sich früher eine Reichsposthalterei, die später in Postexpedition umbenannt wurde. Nur unregelmäßig wurden von dort die Postsendungen von Boten der Posthaltern in die umliegenden Landgemeinden gebracht. Oft kam es auch vor, dass die Amtsboten des Bezirksamt Sinsheim die Sendungen mitnahmen. Eschelbronn lag um 1850 im Zuständigkeitsbereich der Postexpedition Sinsheim. Aus dem Landboten vom 03. Januar 1880 erfahren man weiteres: “Mit dem 2. d. M. ist unser schon lang gehegter Wunsch und unsere dringede Bitte um eine Postablage derart verwirklicht worden, dass wir mit der Postablage Neidenstein in Verbindung gebracht worden sind und wir auf diese Weise unsere Zeitungen, Briefe etc. um einen Tag früher wie bisher erhalten, wofür wir der Oberpostdirektion den verbindlichen Dank schulden”. Nach Bemühungen der Gemeinde in Eschelbronn eine Postagentur zu eröffnen, wurde zuerst in der heutigen Küche des Deutschen Kaisers eine Poststelle eingerichtet. Bald darauf übernahm die Familie des damaligen Bürgermeisters Georg Michael Dinkel die Posthalterei und verlegte diese in ihr Wohnhaus, Schloßstraße 4. Der Landbote berichtete, dass am 22. April 1887 eine Postagentur eröffnet wurde. Diese Neuerung kam bei den Einwohnern sehr gut an. Von 1894 bis 1938 war die Post in der Bäckerei Schüßler, Bahnhofstraße 6, untergebracht. Am 01. Mai 1939 wurde die Postagentur in ein Zweigpostamt umgewandelt und wechselte in die Räumlichkeiten von Ludwig Geiß und der zuständige Postbetriebswart war Georg Wolf. Eschelbronn war damals Meckesheim unterstellt. Da die Schreinerei Geiß die gemieteten Räume selbst benötigte zog man 1965 in das von Roland Ernst errichtete Postgebäude um. Durch die Einsparmaßnahmen der Post wurde in den 90er Jahren die postalischen Aufgaben an das Geschäft Sportpoint vergeben. Ab Anfang 2005 befand sich die Postagentur im Elektrogeschäft Eckel und ab Oktober 2007 war sie in einer Buchhandlung in der Bahnhofstraße 2 untergebracht. Derzeit befindet sich die Postagentur in dem Geschäft “Bücherwurm” in der Oberstraße  6.


Heute steht nur noch ein kleines Wartehäuschen. Doch das war nicht immer so. Noch vor über 20 Jahren stand hier ein stattliches Bahnhofsgebäude. 1861 legte man die ersten Gleise auf Eschelbronner Gemarkung und während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 kam ein Bahntransport mit bayerischen Truppen durch Eschelbronn. 1876 wurde der Bahnhof fertiggestellt. Damals lag Eschelbronn auf der Verbindungsstrecke von Meckesheim nach Mosbach-Neckarelz. Heutiger Endpunkt der Bahn ist Aglasterhausen, da 1945 die Neckarbrücke hinter Obrigheim gesprengt wurde. Die Zugverbindung war für die aufstrebende Möbelindustrie ein großer Vorteil. Die Möbelstücke konnten leichter zu ihren Bestimmungsorten, die oft in Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt aber auch im Elsass lagen, gebracht werden. Der Möbeltransport per Bahn ging ab den 1930er Jahren zurück. Die Bahn wurde von  Arbeitnehmern genutzt, um zu ihren Arbeitsstellen nach Heidelberg, Mannheim oder Ludwigshafen zu gelangen. Trotzdem verlor das Bahnhofsgebäude seine Bedeutung und wurde 1983 nach Protesten und Rettungsversuchen abgerissen. Die Deutsche Bundesbahn gab die Strecke auf und sie wurde von der SWEG übernommen. Nach Modernisierungsarbeiten wird die Strecke wieder von der DB betrieben und der S-Bahnverkehr wurde im Juni 2010 aufgenommen.



Informationstafel / Bahnhofstraße1668 errichtete Hans Rudolph eine Schneid- und Sägemühle an der Schwarzbach. Er hatte 2 Jahre zuvor Anna Barbara, Tochter des hiesigen Müllers Adam Schuhmann geheiratet. Rudolph starb am 24. März 1688 in Eschelbronn. Danach übernahm sein Schwiegersohn
Hans Wolf die Mühle. Hans Wolf erstritt sich das Recht ein Wohnhaus direkt bei der Mühle zu errichten. Die Gemeinde hatte sich bisher immer dagegen gewehrt. Dessen Sohn Johann Friedrich Wolf war auch Bürgermeister und wollte das Anwesen als Mahl- und Ölmühle mit Hanfreibe nutzen. Müller Schuhmann verhinderte dies und deshalb durfte er nur eine Ölmühle und Hanfreibe errichten. Er hatte aber damit keinen Erfolg. Es kam zu Streitigkeiten und Wolf übernahm eine Mühle in Heidelberg. Um 1750 waren die Ölmühle und Hanfreibe wieder zerfallen und Conrad Schumann aus Zuzenhausen wurde neuer Eigentümer. 5 Jahre später wollte Johann Phlilipp Schüler aus Zell bei Michelstadt an gleicher Stelle eine Papiermühle bauen, diese Pläne scheiterten ebenfalls. Im 19. Jahrhundert erwarb die Familie Ziegler aus Neidenstein die Sägmühle. Die Zieglersche Mühle und die Schuhmannsmühle gibt es heute nicht mehr. 1985 kaufte die Gemeinde Eschelbronn das Mühlengebäude und ließ es abreißen. Es wurde ein neues Wehr gebaut und ein 12 m großer Durchlass geschaffen, um die Hochwassergefahr zu verringern. Das ehemalige Areal der Mühle wird heute von einer Firma genutzt.  


Alte LindeDie alte Linde steht am Bettweg. Bis 1862 befand sich an dieser Stelle eine der wichtigsten Wegekreuzungen. Der alte Wegweiser mit eingehauenen Entfernungszeiten zu den Nachbarorten zeugt heute noch davon. Er wurde 2006 durch Spenden von Wilfried Wolf und dem Heimat- und Verkehrsverein renoviert. Durch den Bau der Eisenbahnlinie verlor der Wegweiser an Bedeutung. Vorher musste man bis zum Wald am Bach entlang gehen, um danach über den Berg nach Meckesheim zu gelangen. Heute führt eine Straße direkt neben der Bahnlinie nach Meckesheim. Die alte Linde wurde vermutlich, wie die auf dem Friedhof, vor 1850 gepflanzt. Unter der Linde ist nun ein ruhiger und besinnlicher Ort entstanden und man kann sich nicht mehr vorstellen, dass dort früher ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. Gleich daneben befindet sich der Steg, an welchem sich die Sage um den Eschelbronner Utznamen "Stegstrecker" abgespielt haben soll.


Steinbruch1771 erhielt der Eschelbronner Bürger Johann Conrad Scholl eine Schürfgenehmigung für den Kallenberg. Zuvor hatten schon andere Bergleute ihr Glück versucht. Scholl fand Bleierz und förderte bis zum Frühjahr 1773 etwa 200 Zentner Bleierz. Es folgte aber ein Grubenunglück mit Gerichtsverfahren und Scholl verstarb am 21. Juni 1775. Sein Schwiegersohn Alexander Döderlein übernahm nun das Bergwerk. In den Folgejahren brachte man keine nennenswerten Mineralien mehr zu Tage. Döderlein war verschuldet und die Stollen standen unter Wasser. Im Herbst 1783 wurde der Abbau eingestellt.
1861 stellte man bei Bauarbeiten an den  Bahngleisen fest, dass man in Eschelbronn gute Mauersteine abbauen kann. 1888 waren alle Formalitäten geklärt und dem Unternehmer Josef Rösch aus Mauer wurde die Aufstellung einer Steinbruchmaschine erlaubt. Hauptabnehmer waren die Mannheimer Zementwerke und die Bahnverwaltung. 1977 wurde der Steinbruch stillgelegt und in den 1980er Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt.


Hoffenheimer BrunnenDas "Hoffemer Brünnle" auf Eschelbronner Gemarkung bietet eine gute Rastmöglichkeit. Der Brunnen ist in Stein gefasst und das Wasser tritt an dieser Stelle ganzjährig zu Tage. Auch wenn es längere Zeit nicht regnet, fließt hier stetig Wasser. Dies ist auf die wasserspeichernde Wirkung des Waldes zurückzuführen. Der Waldboden gibt das Wasser erst nach und nach wieder ab. 2003 wurde eine Hinweistafel aufgestellt.

  

Buche am “Weiße Berg”


Im Eschelbronner Wald steht im Gewann “Weiße Berg” eine hochgewachsene Buche. Sie gehört zu den größten Bäumen im Gemeindewald und ist ungefähr 200 Jahre alt. Die Buche ist 45 m hoch, hat einen Durchmesser von 126 cm und ein geschätztes Volumen von 33 Festmetern. Der Kronendurchmesser beträgt 28 m. Der Naturpark Neckartal-Odenwald stellte 2003 neben der Buche eine Hinweistafel auf.



Dreimärker Vielleicht sind Ihnen bei einem Spaziergang  diese Zeugen einer längst vergangenen Zeit aufgefallen. Früher nutzte man die Steine zur genauen Kennzeichnung der Gemarkungsgrenzen. Die meisten Grenzsteine wurden zwischen 1750 - 1834 gesetzt. Nach der abgeschlossenen Neuvermessung von Baden 1851 wurden sie nicht mehr benötigt. Auf einigen Steinen kann man die Beschriftung NVZ = Novalzehnt erkennen. Der Novalzehnt musste für neu umgebrochenes gerodetes Land erbracht werden. Die Landwirte machten das Feld urbar und wurden für ihre harte Arbeit noch bestraft. Wenn das Land brach lag und der Wald sich die Äcker wieder zurückholte, wurde das Gebiet dem Ortsherren zugesprochen. Der Ortsherr besaß das Lehen über den Wald.
Die letzte Grenzsteinsetzung fand am 03. Oktober 2003 an der Gemarkungsgrenze von Eschelbronn, Daisbach und Zuzenhausen (Gewann Zollstock/Wolfsklinge) statt. Anläßlich des 1225 jährigen Jubiläumsjahres der Gemeinde Zuzenhausen. Die jeweiligen Heimatvereine der drei Ortschaften wirkten dabei mit. Der zuständige Feldrichter
Reinhard Stichling aus Daisbach führte zusammen mit den Feldgeschworenen die Steinsetzung wie vor 200 Jahren durch. Es wurde auch eine Zeitkapsel mit einer Teilnehmerliste, einer aktuellen Ausgabe der RNZ, 
DM- und Euro-Münzen und weiteren historischen Unterlagen eingegraben. Der Eschelbronner Steinmetzmeister Schilling fertigte diesen Stein.
Grenzsteine werden nur wenig beachtet und geraten beinahe in Vergessenheit. Viele sind inzwischen durch die Witterung beschädigt. Darum ist es wichtig diesen Teil unserer Heimatgeschichte zu bewahren. Den Wanderweg zum Deimärker finden Sie im
Touristikportal “Wander-Walter”.

© Marius Golgath