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Die alte Linde steht am Bettweg. Bis 1862 befand sich an dieser Stelle eine der wichtigsten Wegekreuzungen. Der alte Wegweiser mit eingehauenen Entfernungszeiten zu den Nachbarorten zeugt heute noch davon. Er wurde 2006 durch Spenden von Wilfried Wolf und dem Heimat- und Verkehrsverein renoviert. Durch den Bau der Eisenbahnlinie verlor der Wegweiser an Bedeutung. Vorher musste man bis zum Wald am Bach entlang gehen, um danach über den Berg nach Meckesheim zu gelangen. Heute führt eine Straße direkt neben der Bahnlinie nach Meckesheim. Die alte Linde wurde vermutlich, wie die auf dem Friedhof, vor 1850 gepflanzt. Unter der Linde ist nun ein ruhiger und besinnlicher Ort entstanden und man kann sich nicht mehr vorstellen, dass dort früher ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. Gleich daneben befindet sich der Steg, an welchem sich die Sage um den Eschelbronner Utznamen "Stegstrecker" abgespielt haben soll.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann auch der Schulunterricht auf dem Lande. Die ländliche Bevölkerung sollte schreiben und lesen lernen. Der Unterricht fand anfangs nur im Winter statt, da die Kinder im Sommer auf dem Feld arbeiten mussten. Das Schulhaus wurde zu klein und man unterrichtete auch im Rathaus. 1911 wurde ein neues Schulhaus nach Plänen des Sinsheimer Architekten Huber errichtet. Über dem Eingang ist diese Jahreszahl eingemeißelt. Nach 1945 quartierten sich dort für einige Zeit die Amerikaner ein. Damals schenkten die GIs Kaugummis und Schokolade an die Kinder. Ab 1965 war in diesem Schulhaus nur noch die Grundschule untergebracht. Die Hauptschule wurde in die frühere Schreinerfachgewerbeschule (Daisbacher Straße) verlegt. 1989 stellte man die neue Grund-und Hauptschule fertig und der ganze Schulbetrieb wurde zusammengelegt. Nach dem schweren Hochwasser 1994 diente es einige Jahre als Kindergarten. Heute befindet sich dort das Schreiner- und Heimatmuseum und Vereinsräume.

Es stammt aus dem Jahr 1783. Da die Herren von Venningen die Kosten für diesen Bau übernahmen, befindet sich über dem Eingangstor ihr Allianzwappen. Die Pfarrer hatten damals kein leichtes Leben und die Bezahlung war gering. Sie hatten nur das Nötigste zum Leben. Die Eschelbronner Pfarrer waren auch für Nachbargemeinden zuständig, z.B. Mönchzel / Daisbach und ab 1755 gehörte Neidenstein zur Pfarrei Eschelbronn. 1818 wurde in dem Pfarrhaus der spätere Dekan des Kirchenbezirks Sinsheim Wihelm Frank geboren. 1972 verkaufte man das alte Pfarrhaus. Das Neue befindet sich jetzt in der Neidensteiner Straße im Gewann Kirchwiesen.

Heute steht nur noch ein kleines Wartehäuschen. Doch das war nicht immer so. Noch vor über 20 Jahren stand hier ein stattliches Bahnhofsgebäude. 1861 legte man die ersten Gleise auf Eschelbronner Gemarkung und während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 kam ein Bahntransport mit bayerischen Truppen durch Eschelbronn. 1876 wurde der Bahnhof fertiggestellt. Damals lag Eschelbronn auf der Verbindungsstrecke von Meckesheim nach Mosbach-Neckarelz. Heutiger Endpunkt der Bahn ist Aglasterhausen, da 1945 die Neckarbrücke hinter Obrigheim gesprengt wurde. Die Zugverbindung war für die aufstrebende Möbelindustrie ein großer Vorteil. Die Möbelstücke konnten leichter zu ihren Bestimmungsorten, die oft in Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt aber auch im Elsass lagen, gebracht werden. Der Möbeltransport per Bahn ging ab den 1930er Jahren zurück. Die Bahn wurde von Arbeitnehmern genutzt, um zu ihren Arbeitsstellen nach Heidelberg, Mannheim oder Ludwigshafen zu gelangen. Trotzdem verlor das Bahnhofsgebäude seine Bedeutung und wurde 1983 nach Protesten und Rettungsversuchen abgerissen. Die Deutsche Bundesbahn gab die Strecke auf und sie wurde von der SWEG übernommen. Nach Modernisierungsarbeiten wird die Strecke wieder von der DB betrieben und der S-Bahnverkehr wurde im Juni 2010 aufgenommen.

Sie wurde 1811-1813 im schlichten Weinbrenner Stil erbaut. Die Jahreszahl des Baubeginns befindet sich über dem linken Seiteneingang. Die Pläne entwarf der Schwetzinger Baumeister Frommel. Der Vorgängerbau aus dem 16. Jahrhundert war baufällig. Deswegen brach ein Rechtsstreit zwischen der Gemeinde Eschelbronn und der Ortsherrschaft von Venningen aus. Die Gemeinde gewann diesen und die Familie von Venningen musste den Neubau in Höhe von 10.000 Gulden bezahlen. 1906 wurde das heutige Kirchengitter eingesetzt. Zwei der drei Kirchenglocken mussten 1917 bzw. 1942 abgenommen werden. Erst 1949 konnte man wieder den Glockenbestand komplettieren. Das Gotteshaus musste oft renoviert werden. Im März 1975 wurde die letzte große Renovierung abgeschlossen. Das Gestühl, der Altar, die Leuchter und der Taufstein wurden erneuert. Ein Jahr später wurde die alte Orgel von 1894 durch eine Neue ersetzt. 1985 wurde die Kirche nach Angaben des Landesdenkmalamtes außen renoviert.

Die alte Schreinerfachgewerbeschule steht in der Daisbacher Straße und befindet sich heute in Privatbesitz. Beginn der Gewerbeschule war 1908. In diesen Jahr erklärte sich die Gemeinde bereit, einen Schulsaal für die jungen Handwerker bereit zu stellen. Die Lehrlinge der ortsansässigen Gewerbebetriebe, meist Schreiner, erhielten hier Unterricht in Deutsch, Wirtschaftslehre, Gesetzeskunde, Geometrie, Freihand- und Projektionszeichnung, Fachzeichnen sowie gewerblichem Rechnen. 1926 erfolgte die Bildung von drei aufsteigenden Klassen. Da die Schülerzahlen immer mehr zunahmen, wurden ab 1929 nur noch die Berufe des Bau- und Holzgewerbes unterrichtet. Die andern Lehrlinge mussten auf die Gewerbeschule nach Sinsheim. 1952 begann man mit dem Bau einer separaten Gewerbeschule in der Daisbacher Straße. Das Baugebiet wurde gerade erschlossen und so bot es sich an, hier eine solche Schule zu bauen. Die Kosten beliefen sich auf 25.000 DM und am 05. Mai 1954 erfolgte die Übergabe an das Oberschulamt in Karlsruhe. Der Schulunterricht begann einen Tag später. Aber schon zum 15. April 1965 erfolgte die Verlegung des gesamten Unterrichts nach Sinsheim. Von dort ab wurde sie bis zum Bau der Schlosswiesenschule als Hauptschule genutzt und anschließend verkauft.

Erster bekannter katholischer Pfarrer war Fredericus de Bucheym. Aus dem Visitationsbericht der Diözese Worms (1496) erfährt man einiges über die katholische Kirchengemeinde. Es wird von einer Holzkirche in den Kirchwiesen berichtet, die der Heiligen Margaretha geweiht war. Nach der Reformation taufte der damalige Ortsherr Joachim von Seckendorff die ganze Gemeinde lutherisch. Die Familie von Seckedorff stammte aus Franken, das sehr früh von der Reformation geprägt wurde. Die wenigen Katholiken die noch am Ort waren wurden meist von den lutherischen Pfarrern mitbetreut. 1937 kamen die Eschelbronner Katholiken zur Pfarrei in Waibstadt. Zuvor waren sie lange Zeit der Kirche in Spechbach und später Zuzenhausen unterstellt. Als nach dem 2. Weltkrieg viele katholische Heimatvertriebene nach Eschelbronn kamen, nahm ihre Anzahl zu. Bis zur Weihe der katholischen Kirche im Jahre 1958 stellte die evangelische Gemeinde ihre Kirche für den katholischen Gottesdienst zur Verfügung. Der Grundstein des katholischen Gotteshauses befindet sich links neben dem Eingang und trägt die Jahreszahl 1957. Die Schutzpatrone der katholischen Kirche sind die Heilige Margaretha, der Heilige Josef (Schutzpatron der Schreiner) und der selig gesprochene Bernhard von Baden. Über dem Haupteingang befindet sich auch eine Plastik des Josef. Im Jahr 2004 musste der Glockenstuhl wegen starker Witterungsschäden renoviert werden und der Turm bekam einen neuen Anstrich. Die katholische Kirchengemeinde beging 2008 ihr 50-jähriges Kirchenjubiläum und legte ein kleines Labyrinth aus Buchs neben der Kirche an.

Der evangelische Kindergarten wurde am 18. August 1856, durch den evangelischen Pfarrer Wilhelm Frank gegründet. Die Kinder der Bauern und Tagelöhner sollten dort eine christliche Erziehung erhalten und während der Feldarbeit betreut werden. Aus diesen Grund übernahmen die Kinderschwestern des Mutterhauses Nonnenweiher die Betreuung. Bis zum Bau eines eigenen Kindergartengebäudes im Jahre 1892/93 war die “Kinderbewahranstalt”, so der ursprüngliche Name, in mehreren Privathäusern untergebracht. Von 1900 bis 1948 übernahm der “Kinderschulverein Eschelbronn” die Trägerschaft und danach ging diese wieder auf die evangelische Kirchengemeinde über. 1969 erfolgte der Abriss des ursprünglichen Kindergarten in der Neugasse. Der heutige Kindergarten befindet sich im Gewann Kirchwiesen, gleich neben dem Neubaugebiet. 1994, kurz nach dem die politische Gemeinde die Trägerschaft übernommen hatte, wurde das Kindergartenareal durch das schwere Juni-Hochwasser total überschwemmt. Bis zur Renovierung der Gebäude fand deshalb die Kinderbetreuung in der alten Schule statt.

Das Kriegerdenkmal wurde vor über 120 Jahren zu Ehren der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges errichtet. An diesem Krieg nahmen 44 Eschelbronner Bürger teil. Ihre Namen stehen auf dem Denkmal. Bei einigen Soldaten ist auch der Dienstgrad angegeben. Der Grenadier Heinrich Böhm wurde am 18. Dezember 1870 bei Nuits verwundet und einen Tag später fiel der erst 25-jährige Küfer Adam Heilmann bei Dijon. Sein Name ist auf dem Denkmal besonders hervorgehoben. Das Kriegerdenkmal wurde 1886 auf dem Marktplatz in Eschelbronn aufgestellt. Der Obelisk wurde durch Spenden der Einwohnerschaft und des Militärvereins finanziert. Die Einweihungsfeier fand am 29. August 1886 statt. Am Vorabend wurde die Veranstaltung mit Kanonenschüssen eingeleitet und es folgte ein Fackelzug mit Musikbegleitung durch die Ortsstraßen. Der darauf folgende Festtag wurde ebenfalls mit Kanonenschüssen begonnen. Nachmittags erfolgte ein Umzug an dem 24 auswärtige Militärvereine teilnahmen. Die Enthüllung wurde unter großem Jubel der Zuschauer durchgeführt. Der restliche Tag wurde gebührend gefeiert. Lange Zeit beschwerte sich niemand wegen des Standortes des Kriegerdendenkmals auf dem Marktplatz. Am 30. Juli 1938 wurde die Gemeinde Eschelbronn durch ein Schreiben des Bezirksamtes Sinsheim aufgefordert, einen geeigneteren Standort für das Denkmal zu finden. Das Amt war der Auffassung, dass das Denkmal eine Gefährdung für den Verkehr darstelle und ein Hindernis sei. Bürgermeister Braun antwortete, dass eine Versetzung aus Sicht der Gemeinde nicht notwendig wäre und behauptete seine Position. Erst 1949 brachte man die Sache wieder ins Rollen. Nach Beschluss des Gemeinderates wurde das Denkmal 1950 in den Gemeindegarten Bahnhofstraße 3 versetzt. Als das Feuerwehrgerätehaus 1963 erbaut wurde, musste der Obelisk wieder weichen. Heute hat das Kriegerdenkmal von 1870/1871 einen festen Platz auf dem Friedhof gefunden. Es befindet sich gegenüber des Mahnmals für die Opfer der Weltkriege und des der Opfer der Vertreibung 1945/46.Das Denkmal wurde 2006 - 2009 durch den Heimat- und Verkehrsverein Eschelbronn renoviert und die Inschriften nachgezogen.

Seit Anfang 1900 gibt es eine neuapostolische Gemeinde. Die ersten Gottesdienste fanden im Haus von Georg Dinkel, Bahnhofstraße 20, statt. 1960 wurde in der Neidensteiner Straße 37 das Gotteshaus eingeweiht. 1974 und 1988 erfolgten Renovierungen der Kirche. Die Neuapostolischen von Daisbach und Neidenstein gehören zur Eschelbronner Kirchengemeinde. 2009 erfolgte ein Zusammenschluss mit der neuapostolischen Gemeinde Meckesheim. 2010/2011 erfolgte ein Kirchenneubau, an der Stelle des Vorgängergebäudes (Neidensteiner Straße). Das Gotteshaus wurde im Herbst 2011 geweiht.