3D-Druck für Patienten
3D-Druck für Patienten, Pixabay/Foto illustrativ

Am Universitätsklinikum Heidelberg werden Medikamente nicht mehr ausschließlich mit klassischen Methoden hergestellt. Seit einigen Jahren entstehen hier auch patientenindividuelle Präparate durch 2D- und 3D-Druck. Diese Technologie gilt als präzise, flexibel und besonders wertvoll für Kinder und ältere Menschen.

Inhaltsverzeichnis:

Universitätsklinikum Heidelberg nutzt neue Technik

Im Neuenheimer Feld stehen mehrere Drucksysteme, die Arzneimittel exakt auf den einzelnen Patienten zuschneiden. Heidelberg gehört damit zu den ersten Standorten in Deutschland, die diese Methode praktisch anwenden. Bereits 2020 startete ein Forschungsprojekt, das durch die Dietmar-Hopp-Stiftung unterstützt wurde. Seither konnten Forscherinnen und Forscher sowohl Tabletten als auch auflösbare Dünnfilme entwickeln.

Ziel des Projekts ist es, Medikamente schneller und individueller zu produzieren. Besonders für Patientengruppen mit speziellen Anforderungen eröffnet dies neue Möglichkeiten. Die Kombination aus Forschung, modernster Technik und klinischem Bedarf macht Heidelberg zu einem Vorreiter in der Arzneimittelproduktion.

Dietmar-Hopp-Stiftung fördert Projekt seit 2020

Die Förderung durch die Stiftung ermöglichte den Aufbau einer speziellen Infrastruktur. Geräte wurden angeschafft und ein eigener Raum für die Herstellung eingerichtet. Dort entstehen heute:

  • Tabletten in präziser Dosierung
  • Zäpfchen mit exakter Wirkstoffverteilung
  • Auflösbare Filme für eine einfache Einnahme

Jeder Druckvorgang wird vollständig dokumentiert, was höchste Qualitätskontrolle garantiert. Dadurch lassen sich Risiken minimieren und die Patientensicherheit erhöhen.

Vorteile für Kinder und Senioren

Kinder profitieren besonders, da Medikamente individuell dosiert und in kindgerechter Form verabreicht werden können. Ältere Patientinnen und Patienten mit Schluckbeschwerden erhalten ebenfalls besser angepasste Präparate. Fachleute sehen zudem die Möglichkeit, künftig verschiedene Wirkstoffe in einer einzigen Tablette zu kombinieren. Das würde Therapien deutlich vereinfachen.

Ein Beispiel:

  1. Ein Kind benötigt eine niedrige, exakt angepasste Dosis.
  2. Eine ältere Person kann die Einnahme durch auflösbare Filme erleichtern.
  3. Mehrere Wirkstoffe lassen sich in einem einzigen Präparat verbinden.

Zusammenarbeit mit Kinderklinik und Hopp-Kindertumorzentrum

Noch bestehen Hürden. Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern und infrastrukturelle Fragen verzögern die breite Einführung. Trotzdem gilt Heidelberg als Modellprojekt. Schon 2026 sollen Kooperationen mit der Kinderklinik und dem Hopp-Kindertumorzentrum starten.

Diese Partnerschaften sollen die personalisierte Medizin weiter voranbringen. Auch der neu gegründete Klinikverbund der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg sieht darin die Chance, sich auf einem wachsenden Markt zu positionieren.

Heidelberg setzt damit Maßstäbe für die Zukunft der Arzneimittelherstellung in Deutschland.

Quelle: HEIDELBERG24