Uber-Preise in Heidelberg steigen
Uber-Preise in Heidelberg steigen, Foto: pixabay

Seit dem 1. August gelten in Heidelberg neue Mindestpreise für Fahrdienste wie Uber. Die Stadtverwaltung reagiert damit auf Beschwerden örtlicher Taxiunternehmen über unfaire Preispraktiken. Mit der neuen Regelung will man Dumpingpreise unterbinden und für einen einheitlichen Wettbewerb sorgen.

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Uber darf nur minimal günstiger sein

Der neue Mindestpreis orientiert sich am städtisch festgelegten Taxitarif. Laut Allgemeinverfügung der Stadt darf Uber höchstens 2,9 Prozent unter dem regulären Taxi-Preis anbieten. Damit reagiert Heidelberg auf ein Gutachten, das Preisunterschiede von bis zu 38 Prozent zwischen Uber und Taxi festgestellt hatte.

Die Stadt will laut Sprecher verhindern, dass Uber durch deutlich niedrigere Preise Marktanteile gewinnt. Für Fahrten auf Kurzstrecken, die bisher zum Festpreis von sechs Euro angeboten wurden, bedeutet das das Aus. Diese preislich attraktive Option war besonders für Pendler und Schüler wichtig, die damit die sogenannte "letzte Meile" zwischen Wohnung und Bahnhof zurücklegten.

Uber kritisiert Preisanstieg

Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler sprach von einer künstlichen Verteuerung. Der Preis für vermittelte Fahrten über die Uber-Plattform werde sich um rund 45 Prozent erhöhen. Das treffe vor allem Kunden, die Uber als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr nutzten.

Auch Uber-Sprecher Klaus Gorny äußerte sich besorgt. Laut ihm werde flexible Mobilität in Heidelberg durch die neue Preisgrenze zum Luxusgut. Für viele Menschen, so Gorny, seien herkömmliche Taxis keine Alternative mehr – aufgrund der bereits bestehenden hohen Kosten. Das Unternehmen sieht in der neuen Regelung einen Rückschritt in Sachen Zugänglichkeit und Individualverkehr.

Drohende Klagen von Fahrdienstunternehmen

Die Reaktion der Heidelberger Taxizentrale fällt vorsichtig optimistisch aus. Geschäftsführer Michael Keffler rechnet mit einer möglichen Klage seitens Uber oder beteiligter Subunternehmen. Dennoch hoffe man auf ein positives Urteil für die Stadt. Sollte Heidelberg Erfolg haben, könnten weitere Städte nachziehen und ähnliche Maßnahmen zum Schutz der Taxiunternehmen einführen.

Laut Christoph Weigler wird Uber selbst nicht gegen die Allgemeinverfügung klagen. Mehrere Partnerunternehmen – insbesondere Logistik- und Chauffeursdienste, die in Heidelberg für Uber fahren – hätten jedoch rechtliche Schritte angekündigt. Diese fürchten aufgrund der neuen Preispolitik um ihre wirtschaftliche Existenz.

Stadt will Marktbedingungen regulieren

Die Preisgestaltung für Taxis liegt in kommunaler Hand. Daher können die Unternehmen ihre Tarife nicht selbstständig senken, um mit Uber zu konkurrieren. Laut Sprecher der Stadt Heidelberg sei die jetzige Lösung ein notwendiger Schritt, um Marktgleichgewicht herzustellen.

In der Universitätsstadt fahren laut Angaben derzeit 95 Fahrzeuge im Auftrag von Uber. Mit der Einführung der Mindestpreise will die Stadt vor allem verhindern, dass sich ungleiche Marktbedingungen zulasten traditioneller Anbieter weiter verschärfen.

Die kommenden Monate dürften zeigen, ob das Modell Schule macht – oder ob rechtliche Schritte den Beschluss zu Fall bringen.

 Quelle: SWR