Die Mietpreise für Studierende in Deutschland steigen seit Jahren. Trotz erster Anzeichen einer Beruhigung sind sie in vielen Hochschulstädten weiterhin hoch. Eine aktuelle Analyse des Moses-Mendelssohn-Instituts und der Plattform WG-Gesucht.de zeigt, dass Heidelberg zu den zehn teuersten Hochschulstädten gehört.
Inhaltsverzeichnis:
- Heidelberg auf platz neun bei WG-Zimmer-Preisen
- München, Berlin und Hamburg deutlich teurer
- Forderung nach BAföG-Anpassung an reale Mietkosten
- Hoffnung durch geringere Nachfrage im Sommersemester
Heidelberg auf platz neun bei WG-Zimmer-Preisen
Studierende in Heidelberg zahlen im Durchschnitt 550 Euro für ein WG-Zimmer. Damit liegt die Stadt auf Platz neun der teuersten Hochschulstandorte. Nur in Großstädten wie München oder Berlin sind die Preise noch höher. Erfasst wurden Hochschulstandorte mit mindestens 5.000 Studierenden, was rund 90,5 % der deutschen Studierenden abdeckt.
Seit dem Sommersemester 2024 sind die Mietpreise für WG-Zimmer um 14 Euro gestiegen. Im Vergleich zum Wintersemester 2024 beträgt die Steigerung noch vier Euro. Das zeigt, dass der Mietmarkt zwar erste Anzeichen von Stabilität zeigt, aber noch immer nicht entspannt ist.
München, Berlin und Hamburg deutlich teurer
Die höchsten Preise zahlen Studierende in München mit aktuell 800 Euro pro WG-Zimmer. Danach folgen Berlin mit 650 Euro, Hamburg mit 610 Euro und Köln mit 583 Euro. Diese Städte zählen zu den vier teuersten Millionenstädten für Studierende in Deutschland. In Heidelberg sind die Preise mit 550 Euro zwar etwas moderater, aber deutlich über der BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro.
In mittelgroßen Städten steigen die Preise ebenfalls und nähern sich denen der Großstädte an. In kleineren Orten und ostdeutschen Regionen hingegen bleiben sie oft unter dem BAföG-Rahmen. Das schafft Ungleichheiten und verstärkt den Druck auf Studierende, in teureren Städten zu wohnen.
Forderung nach BAföG-Anpassung an reale Mietkosten
Projektleiter Dr. Stefan Brauckmann fordert eine dynamische Anpassung des BAföG an die Entwicklung der Mietpreise. Derzeit liegt die Wohnkostenpauschale unter den tatsächlichen Ausgaben vieler Studierender. Auch die „Düsseldorfer Tabelle“ setzt mit 440 Euro einen höheren Richtwert als das BAföG.
BAföG-Wohnkostenpauschale: 380 Euro
Düsseldorfer Tabelle: 440 Euro
WG-Zimmer in Heidelberg: 550 Euro
Ohne eine Reform bleibt die Finanzierungslücke für viele Studierende groß. Förderprogramme wie „Junges Wohnen“ könnten helfen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Hoffnung liegt auf einer Fortsetzung durch die Bundesregierung.
Hoffnung durch geringere Nachfrage im Sommersemester
Annegret Mülbaier von WG-Gesucht.de sieht die aktuelle Marktberuhigung als Chance. Mietende könnten eher umziehen, was neue Angebote schafft. Dr. Brauckmann betont, dass die Nachfrage zu Beginn des Sommersemesters traditionell niedriger ist.
Ab August 2025 könnten sich die Mietpreise weiter stabilisieren. Das wäre ein Vorteil für neu einziehende Studierende. Dennoch bleibt klar: Ohne strukturelle Maßnahmen wird sich die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt kaum entspannen.
Quelle: HEIDELBERG24, webrivaig.com/de